KUNST daheim

KUNST IN DRESDEN – KUNST daheim

Liebe Freunde der Kunst,

die 1. Ausstellung Evelyn Sonntag + 3

Antje Meintschel, Dieter Beirich, Gottfried Körner,

kann nach telefonischer Anmeldung von September bis Dezember 2017 besucht werden.

Ort und Kontakt:

Bernd Sonntag, Österreicher Straße 86, 01279 Dresden,

(Villa Spalteholz, gegenüber der Saal-Werft, Laubegast.) Straßenbahn Linie 4 bis Endstation Laubegast, Bus Linie 86 bis Schiffswerft Laubegast

Tel.: 0351 – 33 25 30 13

Mail: die.faehre@gmx.de

Fotos Krause Bilder von Dieter Beirich und Evelyn Sonntag   

 

VILLA SPALTEHOLZ

 

 
   
EVELYN SONNTAG  
  • 1956 geboren in Dresden
  • 1977 – 1981 Studium Kunst und Germanistik
  • 1987 Promotion
  • 1991 – 1997 künstlerisch freischaffend bzw. tätig als Galeristin
  • Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligung in Sachsen, Bayern und Schweden
  • 2010 gestorben in Coswig

 

 

TIER UND MENSCH – KÖNIGE UND NARREN 

     
 
Alter Clown, 1991,  Acryl / Papier, 63 x 49 cm   Harlekin, 1991,  Acryl / Papier, 49 x 48 cm

“Wie entstehen eigentlich deine Bilder?” Das ist eine der häufigsten Fragen, die mir gestellt werden. Dann möchte ich antworten: “Ja, das weiß ich eigentlich auch nicht.”Wenn ich beginne zu malen, weiß ich nie, wer oder was am Ende zu Tage treten wird. Tier, Mensch oder Landschaft. Ich setze Farbe neben Farben. Freue mich an den Klängen und Akkorden – und auf einmal sind sie da – Menschen, Tiere aber auch Landschaften. Ich habe sie nicht herbeigerufen. Sie kommen von selbst. Nicht immer sind sie angenehm, schön, friedlich – manchmal klotzt mich etwas Tierisches, Animalisches oder Archaisches aus meinen Bildern an und ich mir dann sage: “Das bist du!”

 
Kleiner Elefant, 1992   Wolf, 1995, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm
(unverkäuflich)    

Denn die Bilder sind nichts anderes als ein Spiegel, ein Spiegel, der zu einem spricht und der sagt: “Du bist scheinbar keineswegs der nette Mensch, für den der eine oder andere dich hält. Das Tier bist du.” Eine merkwürdige Erkenntnis. Hätte ich davor erschrecken sollen? Das habe ich nicht getan – im Gegenteil. Als mir das bewusst wurde, war ich sehr erleichtert. Die ersten Bilder, die ich vor ca. 25 Jahren malte, waren ein unwillkürliche Antwort auf die Frage: Wer bist du? Ich bemerkte es damals nicht zuletzt an der Reaktion von Freunden und Kollegen auf meine Bilder, dass ich weder die bin, für die andere mich hielten, noch die, für die ich mich selbst hielt. Was in meinen Bildern zutage trat, passte irgendwie nicht mit dem Bild von mir zusammen. Das Leben wird reicher mit dieser Erfahrung.

     
   
Frau Kaspar, 2007, Acryl auf Leinwand, 100 x 70 cm    

Plötzlich wird klar, wieviel Licht und Schatten, Abgründe, Tiefen und Untiefen die menschliche Seele hat. Ich ließ es zu, dass versunkene mythologische Gestalten erwachten, Könige und Narren. Tiere tauchten auf in der Landschaft – verschwommen im Nebel oder ganz klar. Wie soll man mit all diesen Gestalten umgehen? Eine Gebrauchsanweisung gibt es leider nicht. Ich kann sie nur aus meinem Pinsel in diese Welt entlassen und mich zu ihnen bekennen auch zu den ganz dummen und häßlichen – sie sind ein Teil von mir. Ich weiß nun, man muss nur den Pinsel in die Hand nehmen und schon hat man unsichtbare Grenzen überwunden, von denen man gestern noch nicht einmal wusste, dass sie existieren.

   
 Bedrohtes Liebespaar, 1991, Acryl auf Papier, 63 x 49 cm  

 

Einige Erläuterungen: Das ist eine poetische Umschreibung meines Malprozesses: Indem ich mit Farben, Formen, Linien und Flächen spiele, trete ich gewissermaßen eine Reise in eine andere Welt an, in eine Welt, die man mit Traumwelt, besser noch mit der Welt des Unbewußten oder Unterbewußten beschreibt – ähnlich wie es die Romantiker taten, nur dass meine Ausdrucksmittel ganz andere sind.

   
 idylle
Flusslandschaft, 1995, Acryl / Papier, 50 x 33 cm  Idylle, 2002, Aquarell, 62 x 42 cm

Es ist die Freude an einer expressiven Farbigkeit, die mich antreibt. Farben müssen Klänge ergeben analog den Tönen in der Musik.

Ein ähnlicher Umgang mit der Farbe findet sich bei den französischen Expressionisten.

           
       
Madmoiselle mit Hut, 2007, Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm
        Madmoiselle mit Ohrring, 2007, Acryl auf Leinwand, 50 x 50 cm

Der wohl bekannteste unter ihnen ist Matisse. Aber auch die Farbigkeit Chagalls, Jawlenskys oder G. Klimts berührt mich sehr. Trotzdem möchte ich nicht von künstlerischen Vorbildern sprechen oder mich gar mit diesen Malern vergleichen, denn wenn ich male, habe ich alles vergessen, was von außen kommen könnte.

   
 
Henrys Blumen 2, 2007, Acryl auf Leinwand
 Henrys Blumen 3, 2007, 40 x 40 cm  
   
   

Warum ich male: Das Malen ist der wichtigste Weg, auf dem ich zur mir selbst finde und etwas von mir selbst erkenne, was ich auf anderem Wege nicht finden kann. Die expressive Ausdrucksform ist mir nur in der Malerei – nicht aber im alltäglichen Leben gegeben. (… meine zweite Seite, die normalerweise nicht sichtbar ist) Es ist die Lust, eine neue, möglichst ganzheitliche Welt zu schaffen. (… denn ein Bild in seiner Form ist nicht Willkür, sondern ein in sich geschlossenes Ganzes … ein in sich stimmiger Organismus aus unendlich vielen Beziehungen …) Das wiederum ist eine Art des Philosophierens – nur mit anderen Mitteln.

     
Zaubergarten    
Der Zaubergarten, 2008, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm    
   
Toskanische Landschaft, 2007, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm
   
Große_Ballonfahrt    
Große Ballonfahrt, 2007, Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm    

Bei Laudse kannst du lesen:
“voll und leer gebären einander
leicht und schwer vollbringen einander
lang und kurz bedingen einander”

             
       
Bäume im Frühling, 2009
Acryl / Leinwand, 100 x 50
  Seerosen, 2007
Acryl / Leinwand, 100 x 50
  Bäume im Frühling 1, 2009
Acryl / Leinwand, 100 x 50
 

“hoch und niedrig bezwingen einander
klang und ton stimmen einander
vorher und nachher folgen einander”

 
Ein Fluss Elbe, 2007, Acryl, 100 x 100 cm Eisige Landschaft, 2007, Acryl, 100 x 100 cm
   

 

… “so hält sich der … mensch an das werdende
nicht an das verderbende”

   
Schaf, 2007, Acryl auf Leinwand, 40 x 40 cm
(verkauft)
   
     
Deck uns zu mit Schutz und Ruh, 2007,
Acryl auf Leinwand, 100 x 100 cm
 
 
Mond, 2007, Acryl / Leinwand, 100 x 70
  Vögel, 2005, Acryl / Leinwand, 120 x 80

“das männliche wissen
das weibliche wahren”

     
   
Dampfer für D., 2007, Acryl / Leinwand, 60 x 60 cm
   

“wer sich ans große ungestalte hält,
dem strömen alle wesen zu”